Freitag, 26. März 2010

DDR: Der Kalte Krieg

Der Kalte Krieg
Das Vorgehen der UdSSR in Osteuropa und in ihrer deutschen Besatzungszone erweckt das Misstrauen der Westmächte. Bereits am 5. März 1946 spricht der ehemalige britische Premierminister Winston Churchill von einem "Eisernen Vorhang", der von Josef Stalin in Europa errichtet worden sei. Die Sowjetunion ihrerseits hat kein Verständnis für die Deutschlandpolitik der Amerikaner und sieht sich durch das Atomwaffenmonopol der USA bedroht. Das gegenseitige Misstrauen und die Unfähigkeit zu einer einheitlichen Umsetzung des Potsdamer Abkommens führen zwangsläufig zu einem Scheitern der Viermächte Regierung über Deutschland.
Weil die Interessen der USA und der Sowjetunion im Iran, in der Türkei und in Griechenland unüberbrückbar aufeinander stoßen, verkündet Präsident Harry S. Truman am 12. März 1947 die Politik des "containment", d.h. der Eindämmung des Kommunismus. Auf Deutschland wirkt sich die Containment-Politik unmittelbar aus: So soll durch den Marshallplan auch die Ausbreitung des Kommunismus in Mitteleuropa verhindert werden. Zunächst ist jedoch die notwendige Währungsreform durchzuführen. Die Einführung der Deutschen Mark in den Westsektoren von Berlin bildet dann den Auslöser für die Berlin-Blockade.
Durch die Blockade will die UdSSR die Westmächte zwingen, ihren auf der Londoner Sechsmächtekonferenz im Frühjahr 1948 gefassten Beschluss zur Errichtung eines westdeutschen Teilstaates aufzugeben. Die sowjetische Politik schlägt jedoch fehl und trägt nur zu einer Stärkung des Antikommunismus in Westdeutschland bei. Die Berlin-Blockade scheitert nach fast einem Jahr an der Luftbrücke und dem Widerstandswillen der West-Berliner.

Die Zuspitzung des Kalten Krieges
Im Jahr 1955 wird die politische und militärische Integration beider deutscher Staaten in den östlichen bzw. westlichen Machtblock abgeschlossen. Die Bundesrepublik Deutschland tritt der NATO bei und erhält ihre Souveränität. In der Außenpolitik ist für Bonn neben den USA vor allem Frankreich ein wichtiger politischer Partner. Die von Bundeskanzler Adenauer und dem französischen Staatspräsidenten de Gaulle betriebene Aussöhnung gipfelt 1963 im deutsch-französischen Freundschaftsvertrag. Auch die DDR erhält 1955 ihre Souveränität und gehört noch im selben Jahr zu den Gründungsmitgliedern des Warschauer Paktes. Außenpolitisch wird die DDR von der Sowjetunion gelenkt, die die Führungsrolle über den gesamten Ostblock beansprucht.
Bundeskanzler Adenauer prägt in den 50er Jahren die Innen- und Außenpolitik der Bundesrepublik und erlangt weltweite Anerkennung. Der Staatsmann Adenauer steht nach dem Gewinn der absoluten Mehrheit bei der Bundestagswahl 1957 auf dem Höhepunkt seiner Macht. Sein Rücktritt 1963 markiert das Ende einer Epoche.
In der DDR bestimmt Walter Ulbricht bis 1971 das politische und kulturelle Leben. Nahezu unangefochten übersteht er die durch die Entstalinisierung 1956 ausgelöste Krise im Ostblock, in deren Verlauf es zu Aufständen in Polen und Ungarn kommt.
Die wirtschaftliche und soziale Stabilisierung der Bundesrepublik Deutschland schreitet in den 50er Jahren rasch voran. Die Produktions- und Exportdaten steigen rasant. Die Arbeitslosenquote sinkt 1961 auf unter 1%. Der gewaltige wirtschaftliche Aufschwung, der vor allem dem Ausland als ein "Wirtschaftswunder" erscheint, ermöglicht den Aufbau zahlreicher sozialer Sicherungen.
Auch in der DDR stabilisiert sich in der zweiten Hälfte der 50er Jahre die Wirtschaftslage. Trotz unbestreitbarer Erfolge bleibt die Wirtschaft aber ein Sorgenkind der DDR-Regierung. Der 1956 mit großem Optimismus in Kraft gesetzte 2. Fünfjahrplan muss schon 1959 abgebrochen werden. Die wirtschaftlichen Probleme sowie die Zwangskollektivierungen in der Landwirtschaft und im Handwerk lassen die Flüchtlingszahlen wieder dramatisch ansteigen.
Die offene Grenze in Berlin wird daher für die DDR-Regierung zunehmend untragbar. Durch den Bau der Mauer am 13. August 1961 riegelt das SED-Regime West-Berlin hermetisch ab. Sämtliche Verkehrsverbindungen zwischen beiden Stadthälften werden über Nacht unterbrochen, außerdem die "Staatsgrenze West" zur Bundesrepublik. Der Mauerbau zementiert auch die deutsche Teilung. Da jedoch der völkerrechtliche Status von West-Berlin nicht berührt wird, beschränken sich die Westmächte auf wirkungslose Proteste.

Staatsmann Adenauer
Nach der Wahl zum Bundeskanzler 1949 gelingt es Konrad Adenauer sehr bald, die im Grundgesetz angelegte herausgehobene Stellung des Amtes voll zu nutzen. Seine politischen Erfahrungen aus der Zeit der Weimarer Republik kommen ihm dabei zugute. Bundeskanzler Adenauer prägt die Politik seiner Zeit, weshalb seine lange Amtszeit rückblickend auch als Ära Adenauer bezeichnet wird. Er zählt zu den wenigen deutschen Politikern mit weltweitem Ansehen und zahlreichen internationalen Ehrungen. Nach seinem Rücktritt als Bundeskanzler verfasst Adenauer seine Memoiren, in denen er sein politisches Leben schildert.
Aus der Teilung Deutschlands und Europas zieht Adenauer die Konsequenz, keine Schaukelpolitik zu betreiben, sondern die Bundesrepublik fest in die westliche Welt zu integrieren. Schritt für Schritt setzt er deshalb die Westintegration im Kampf gegen die Opposition durch. Die Gefahr der damit verbundenen Vertiefung der Teilung nimmt er bewusst in Kauf. Eine Bedingung für die Westintegration sieht Adenauer in einer deutsch-französischen Aussöhnung. Mit dem im Januar 1963 unterzeichneten Elysée-Vertrag wird dann der Grundstein für eine enge deutsch-französische Zusammenarbeit gelegt.
Am Ende der 50er Jahre verliert sich jedoch die Dynamik der Anfangszeit. Die Adenauersche Politik bekommt Züge der Erstarrung. Vor allem der Deutschlandpolitik vermag der Bundeskanzler keine neuen Impulse zu geben. Fast krampfhaft werden immer wieder das Recht auf Wiedervereinigung und der Alleinvertretungsanspruch der Bundesrepublik Deutschland betont.
Von 1950 bis 1966 ist Adenauer auch Bundesvorsitzender der Christlich Demokratischen Union (CDU). Die Partei, um deren Aufbau er sich große Verdienste erworben hat, benötigt er vor allem für Wahlkämpfe. Adenauer ist ein Meister des Wahlkampfes. Dabei baut er vor allem auf die Macht der Rede. Noch ist die Wahlversammlung wichtiger als das Fernsehen. In verständlicher Sprache wirbt er um Zustimmung für seine Politik. Der Gegner wird klar benannt, wobei Adenauer auch vor Diffamierungen nicht zurückschreckt.

Teilung Deutschlands
Das Jahr 1955 markiert den Abschluss der politischen und militärischen Integration beider deutscher Staaten in die jeweiligen Blöcke. Die schon Ende der 40er Jahre einsetzende Ausrichtung der Wirtschaft der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik nach Westen bzw. nach Osten wird weiter fortgesetzt. Während die DDR-Regierung den wirtschaftlichen Austausch mit den RGW-Staaten verstärkt, strebt die Bundesrepublik mit der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) die Bildung eines gemeinsamen Marktes an. Oberstes politisches Ziel sowohl der Bundesrepublik wie auch der DDR bleibt offiziell zunächst das Streben nach Wiedervereinigung.
Die Außenpolitik der Bundesrepublik Deutschland ist in den 50er Jahren durch ihre strikte Westbindung gekennzeichnet. Neben den USA ist vor allem Frankreich ein wichtiger politischer Partner. Die deutsch-französische Aussöhnung wird 1963 durch den Elysée-Vertrag besiegelt. Der von Bonn und Paris angestrebte Zusammenschluss der westeuropäischen Staaten bekommt im wirtschaftlichen Bereich durch die Gründung der EWG 1957 neuen Schwung. In der Deutschlandpolitik hält Bonn bis 1969 noch am Alleinvertretungsanspruch und an der Hallstein-Doktrin als Grundlage der Wiedervereinigungspolitik fest. Sie wird darin von den westeuropäischen Staaten und den USA unterstützt.
Die UdSSR und die DDR hingegen drängen seit Mitte der 50er Jahre auf die internationale Anerkennung beider deutscher Staaten und fordern den Westen auf, die in Europa bestehenden Grenzen zu akzeptieren. Wie der Volksaufstand in Ungarn 1956 zeigt, duldet die Sowjetunion auch trotz Entstalinisierung keinerlei Abweichungen innerhalb des Ostblocks.
Die DDR schlägt gegenüber der Bundesrepublik zunehmend einen Abgrenzungskurs ein. Eine Wiedervereinigung kommt für die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED) seit Mitte der 50er Jahre nur noch unter kommunistischen Vorzeichen in Frage. Der Bau der Berliner Mauer im August 1961 spaltet die geteilte Stadt endgültig in zwei Hälften.

Wirtschaftswunder
Die politische Bindung an den Westen und die Verflechtung mit der Weltwirtschaft erleichtern der Bundesrepublik in den 50er Jahren den raschen Wiederaufstieg. Während die Produktions- und Exportdaten rasant steigen, sinkt die Zahl der Arbeitslosen 1961 auf unter 1 Prozent. Für breite Schichten der Bevölkerung verbessern sich die Lebensverhältnisse dank erheblicher Lohnzuwächse und einer aktiven staatlichen Sozialpolitik. Alltag und Konsumverhalten verändern sich deutlich. Gegen die Wohlstandsorientierung der Erwachsenen protestiert die Jugend, die ihr Lebensgefühl im Rock 'n' Roll ausgedrückt sieht.
Der wachsende Wohlstand verändert Wünsche und Lebensgewohnheiten der Konsumenten. Das Einkommen kann zunehmend für früher unbezahlbare Luxusgüter ausgegeben werden. Elektrische Haushaltsgeräte und das eigene Auto stehen an der Spitze der Wunschlisten. Eine Urlaubsreise wird zum erschwinglichen Freizeitvergnügen. Von den Anfängen des Massentourismus werden zunächst die inländischen Ferienorte erfasst. Die zunehmende Motorisierung fördert nicht nur den Drang zu touristischen Fernzielen, sondern auch den Individualreiseverkehr. Protest gegen den "Wohlstandsmief" und den Lebensstil der Erwachsenen äußert die Jugend. Sie sucht nach neuen Leitbildern. Coca-Cola, Jeans und Rock 'n' Roll sind Ausdruck ihres Lebensgefühls. Eine neue, amerikanisch geprägte Jugendkultur entsteht.
Nicht alle Bevölkerungsgruppen können zunächst vom Wirtschaftswunder profitieren. Dazu gehören nicht nur soziale Randgruppen, sondern auch kinderreiche Familien und Rentner. Mit Hilfe von besonderen Gesetzen und Sozialreformen gelingt ihnen der Anschluss an die allgemeine Einkommensentwicklung.
Das Wirtschaftswachstum fördert den gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Wandel. Die Landwirtschaft verliert fast zwei Drittel ihrer Beschäftigten, kann jedoch dank moderner Technik ihre Erträge steigern. Der Staat betreibt eine aktive Agrarpolitik, um die Einkommen der Landwirte zu sichern. Trotz aller Warnungen vor den negativen Folgen für das Familienleben steigt die Erwerbsquote verheirateter Frauen und Mütter. Häufig arbeiten sie als Hilfsarbeiterinnen für geringen Lohn und müssen die Doppelbelastung in Familie und Beruf tragen. Die Rolle der Frau als Hausfrau und Mutter wird weiterhin verklärt, ihre rechtliche Benachteiligung schrittweise abgebaut.

Die Mauer
Die seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges schwelende Berlin-Krise erreicht im November 1958 einen neuen Höhepunkt: In einem Ultimatum verlangt die UdSSR die Umwandlung West-Berlins in eine "selbstständige" Freie Stadt und fordert die Westmächte auf, ihre Truppen aus West-Berlin abzuziehen und die Hoheitsrechte für die Zugangswege an die DDR abzutreten. Nikita S. Chruschtschows Berlin-Ultimatum ist die Geburtsstunde der Dreistaatentheorie. Danach sind nach 1945 in Deutschland drei Staaten entstanden: Die Bundesrepublik, die DDR und das "besondere Territorium West-Berlin".
Die Westmächte befürchten, dass eine Freie Stadt West-Berlin auf Dauer nicht vor dem Zugriff der UdSSR sicher wäre. Sie lehnen daher die weitreichenden Forderungen der Sowjetunion ab, die auch gegen die Rechte und Pflichten der Westmächte für Berlin verstoßen würden. Für die DDR hingegen wird die offene Grenze nach West-Berlin zunehmend untragbar. Um die wachsenden Flüchtlingsströme und die dadurch hervorgerufenen, zunehmenden wirtschaftlichen Probleme abzuwenden, sieht sich die DDR-Regierung schließlich zum Handeln veranlasst: Am 13. August 1961 wird der bislang noch freie Zugang nach West-Berlin abgeriegelt.
Die DDR zementiert mit dem Mauerbau die deutsche Teilung. Der völkerrechtliche Status von West-Berlin wird jedoch nicht berührt. Die Reaktion der Westmächte beschränkt sich daher auf die Entsendung eines US-Militärkonvois über die Transitstrecke nach Berlin. Die Bundesregierung wiegelt mit Rücksicht auf die verschärfte Ost-West-Spannung ab und versucht, die aufgebrachte Öffentlichkeit zu beruhigen. So unterbricht Bundeskanzler Adenauer seine Wahlkampfreise zunächst nicht und fliegt erst am 22. August nach Berlin. Sein Verhalten wird von der Bevölkerung jedoch stark kritisiert und führt bei der Bundestagswahl zu Verlusten für die CDU/CSU.
Mit dem Bau der Mauer ist die Krise um Berlin aber noch nicht beendet. Als Ende Oktober 1961 Mitarbeiter der amerikanischen Verwaltung an der Einreise in den Ostsektor gehindert werden, fahren an der Grenzübergangsstelle "Checkpoint Charlie" demonstrativ amerikanische Panzer auf. Wenig später stehen ihnen sowjetische Panzer gegenüber. Der Weltöffentlichkeit wird deutlich, dass die Vereinigten Staaten auf ihren Rechten in Berlin bestehen, an der Teilung der Stadt jedoch nichts ändern können. Die amerikanische Garantie für die Sicherheit und Freiheit West-Berlins wird bei dem Besuch Präsident Kennedys in Berlin am 26. Juni 1963 von diesem in einer großen Rede öffentlich bekräftigt.

Unzufriedene Republik
Ab Ende der 50er Jahre scheint Bundeskanzler Adenauer die politische Führung zu entgleiten. Die Fehler und Pannen häufen sich: In der Innenpolitik führen das Gerangel um die Nachfolge von Bundespräsident Heuss und die Spiegel-Affäre zu heftiger Kritik am Bundeskanzler. In der Außenpolitik sorgen der Mauerbau in Berlin und die Kuba-Krise für Unruhe. Gleichzeitig gewinnt die seit dem Godesberger Parteitag 1959 erneuerte SPD zunehmend an Attraktivität und drängt darauf, endlich Regierungsverantwortung auf Bundesebene zu übernehmen. Von seiner eigenen Partei und dem Koalitionspartner FDP wird der greise Kanzler 1963 schließlich veranlasst, zurückzutreten. Sein Nachfolger wird Wirtschaftsminister Ludwig Erhard. Mit dem Rücktritt Adenauers endet eine Epoche der deutschen Nachkriegsgeschichte.
Der Prestigeverlust des Regierungschefs setzt schon im Vorfeld der Bundespräsidentenwahl 1959 ein: Nachdem Adenauer im April 1959 seine Kandidatur für das Bundespräsidentenamt bekannt gegeben hat, zieht er sie zwei Monate später zurück. Zum Nachfolger von Theodor Heuss wählt die Bundesversammlung am 1. Juli 1959 Heinrich Lübke. Auch die Spiegel-Affäre im Oktober 1962 sorgt innenpolitisch für Unruhe. Viele Bürger sehen in dem Vorgehen der Bundesregierung gegen das Hamburger Nachrichtenmagazin eine ernste Bedrohung der Pressefreiheit und des Rechtsstaates. Es kommt zu heftigen Protesten der Bevölkerung. Letztlich stellen sich die Vorwürfe gegen den "Spiegel" als haltlos heraus.
Auch in der Außenpolitik vollzieht sich zu Beginn der 60er Jahre ein Wandel: Nach dem Mauerbau und der Kuba-Krise verändert sich das Verhältnis zwischen den beiden Supermächten USA und UdSSR. Der Kalte Krieg wird allmählich abgelöst durch eine Phase der Entspannung, in der die Supermächte ihre jeweiligen Interessenssphären respektieren.
Das Problem der deutschen Teilung findet international zunehmend weniger Beachtung. Der Bundesrepublik Deutschland gelingt die Anpassung an diese neue Entwicklung auch nach dem Kanzlerwechsel von Adenauer zu Erhard nur schwer.

Kommentare:

  1. Sie schreiben: "Nicht alle Bevölkerungsgruppen können zunächst vom Wirtschaftswunder profitieren. Dazu gehören nicht nur soziale Randgruppen, sondern auch kinderreiche Familien und Rentner. Mit Hilfe von besonderen Gesetzen und Sozialreformen gelingt ihnen der Anschluss an die allgemeine Einkommensentwicklung."

    Frage 1: wer sind denn jene "sozialen Randgruppen"?
    Frage 2: wie ist das "nur" in "nicht nur soziale Randgruppen" zu verstehen?
    Frage 3: was genau waren das denn für "besondere Gesetze", die die Lage jener Bevölkerungsteile verbessert hätten?
    Frage 4: was heißt "Anschluss an die allgemeine Einkommensentwicklung" angesichts der Tatsache, dass die soziale Ungleichheit in der Einkommens- (und Vermögens-)verteilung seit den 60er Jahren steigt?

    Sie schreiben weiter: "Das Wirtschaftswachstum fördert den gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Wandel. Die Landwirtschaft verliert fast zwei Drittel ihrer Beschäftigten, kann jedoch dank moderner Technik ihre Erträge steigern."

    Frage: Verwechseln Sie - immerhin ein vorgeblicher Historiker - hier nicht Ursache und Wirkung? Denn: gerade weil die Produktivität der Landwirtschaft stieg, verlor diese ja zwei Drittel der Beschäftigten! Sie formulieren das jedoch so missverständlich, als ob die Ertragssteigerung gewissermaßen - sozusagen "zum Glück" - den Beschäftigungsrückgang in der Landwirtschaft kompensiert habe...

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  2. Wer an der Diktatur hängt, wird sich wohl immer wieder neue und absurde Argumentationen ausdenken. Die gesetzliche Verankerung zum Schutz von Familien und der staatlichen Unterstützung von Kindern und schulischen Einrichtungen etc. pp. sind eine Reihe von Gesetzen, die Sie offensichtlich auf dem Grundstein Ihres Wohlstands komplett ignorieren. Wenn es Ihnen lieber ist, an einer verkorksten Ideologie festzuhalten, die außer Armut, Ungerechtigkeit und Denunzierungen inklusive staatlicher Verbrechen nichts zustande bringt, dann ist das Ihre Sache. Aber halten Sie sich nicht an pseudo Argumentationen auf, von denen Sie offensichtlich weniger verstehen als ein mittelmäßiger Untertertiaschüler. Abgesehen davon: Nehmen Sie doch einmal Stellung zu der vernichtenden Wirtschaftspolitik der DDR, zu den vielen Enteignungen, zu den Verhaftungen, zu den Berufsverboten durch verordnete Kollektivierung, zu dem nicht erlaubten Andersdenken, zu der Abschottung der DDR von allen wichtigen Wirtschaftkreisläufen (abgesehen von der UdSSR, die ja aber ihrerseits die DDR auch ausgeraubt hat). Niemals ein Wort zu den himmelschreienden dikatorischen Mitteln, zu denen die gesamte DDR Regierung unter jeder Führung gegriffen hat, kein Wort zu der völlig maroden Lebenshaltung, zu dem Kaschieren von Preisen zuungunsten der Verheimlichung der bankrotten gesamtwirtschaftlichen Lage der DDR. Da ist das bisschen Kindergartenplatz und Poliklinik ein Witz, da es lediglich zu Propagandazwecken eingesetzt wurde. Und die Entführung der 1 jährigen Kinder in einen DDR Hort, was immer so hochgepriesen wird, ist in meinen Augen ebenfalls ein Unsägliches.

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  3. @ Farkas - Teil 1:

    1. Interessant, dass Sie praktisch auf keines meiner Argumente eingehen…

    2. Wie kommen Sie darauf, dass ich – ich bin übrigens Anfang 20 – an „der“ Diktatur hänge? An der herrschenden Diktatur des Kapitals und der internationalen Finanzmärkte hänge zumindest ich nicht. Und Sie?

    3. Sie schreiben: „(…) staatlichen Unterstützung von Kindern und schulischen Einrichtungen etc. pp. sind eine Reihe von Gesetzen, die Sie offensichtlich auf dem Grundstein Ihres Wohlstands komplett ignorieren.“ Gegenfrage: wie sollte sich, Ihrer Ansicht nach, eine kapitalistische Gesellschaft reproduzieren können OHNE staatliche Schulen? Das öffentliche Bildungssystem ist doch kein Ausweis der Menschenfreundlichkeit des bürgerlichen Staates, sondern NOTWENDIGE Voraussetzung, um das „Menschenmaterial“ für die kapitalistischen Unternehmen bereitzustellen!

    4. Sie schreiben: „Wenn es Ihnen lieber ist, an einer verkorksten Ideologie festzuhalten, die außer Armut, Ungerechtigkeit und Denunzierungen inklusive staatlicher Verbrechen nichts zustande bringt, dann ist das Ihre Sache.“ Trifft der Vorwurf der Schaffung von Armut nicht gerade auf kapitalistische Systeme, auf den Weltmarkt – in den schließlich auch die Länder der Dritten Welt eingebunden sind – zu? Welches System schafft mehr Ungerechtigkeit als der Kapitalismus? Und glauben Sie ernsthaft, die Hunderttausenden (!) Verfahren, die in der BRD gegen echte oder vermeintliche Kommunisten – von der McCarthy-Ära in den USA wollen wir erst gar nicht anfangen – eingeleitet wurden, sodass sogar ein internationales UN-Tribunal die damalige Regierung unter Helmut Schmidt für die exzessive Anwendung der Berufsverbote gerügt hat, seien ohne Denunziationen zustande gekommen? (Die Fakten zu den Verfahren gegen Kommunisten in der BRD und jenes UN-Tribunal sind übrigens nachzulesen bei Bernd Stöver, Der Kalte Krieg. Ein Buch, das neben dem renommierten Beck-Verlag auch von der Bundeszentrale für politische Bildung herausgegeben wurde, mithin einer Institution, die kaum für die Verbreitung linksradikaler Propaganda bekannt ist).

    5. Im Gegensatz zu Ihnen nehme ich gerne Stellung zu den von Ihnen genannten Punkten: Seien Sie versichert, dass ich die Fehlentwicklungen in der DDR, etwa den massiven Ausbau und die unrechtmäßigen Tätigkeiten des Ministeriums für Staatssicherheit sowie die mangelnde Meinungsfreiheit und mangelnden demokratischen Partizipationsmöglichkeiten der Menschen in der Wirtschaft und im Staat der DDR äußerst kritisch sehe und für fatal halte – kein Linker, der es mit dem Sozialismus/Kommunismus ernst meint, kann eine Wiederholung solcher negativer Entwicklungen wollen.

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  4. Na, es beruhigt mich fast, dass Sie nicht einmal 20 Jahre alt sind. Da hegt sich bei mir die Hoffnung, dass Sie Ihren naiven Lebenseinsichten noch korrigieren können. Ich kann auf Ihre Argumente nicht eingehen, weil es schlechterdings keine Argumente sind! Es sind ideologische Ansichten, die Sie hier als Plattform nutzen. Ich möchte Ihnen soweit daraus noch keinen ernsthaften Vorwurf erheben. Aber mein lieber Jungstudent oder was immer Sie tun: Ich kenne die DDR leibhaftig. Erzählen Sie mir also bitte nichts mehr über diesen Unrechtstaat. Sie erzählen Ihren Groß- oder auch Urgroßeltern auch nicht, dass das 3. Reich vielleicht gar nicht so schlimm war. Ich kenne das System, ich kenne die Machtstrukturen, die nicht nur im Kapitalismus vorherrschend sind, sondern auch und vor allem im Kommunismus, Sozialismus und allen anderen Formen der Politik und der Diktatur. Die Denuzierungen von Kommunisten unter BRD Regierung und auf Seiten der USA ist ein anderes Thema, das Sie gerne auf einer anderen Seite behandeln können. Durchaus spannend. Aber bitte mischen Sie das nicht mit einer objektiven Darstellung über den Verlauf und Werdegang der DDR. Es hat hier einfach nichts zu suchen und stellt mit nichten ein Argument dar.

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